Soziale Strömungen hat es immer wieder gegeben. Manche von ihnen haben Geschichte geschrieben. Die Soziologie setzt sich mit der Entstehung und Analyse der sozialen Bewegungen in mehreren Theorien auseinander.

Soziale Bewegungen seit dem 19. Jahrhundert

Die ersten sozialen Strömungen entstanden im 19. Jahrhundert. Viele davon hatten ihre Wurzeln in den USA. Dazu gehört beispielsweise die Sklavenbewegung. In England entwickelte sich im Zuge der Industrialisierung die Arbeiterbewegung, die Frauenbewegung breitete sich zugleich von den USA und Westeuropa in die restliche Welt aus.

Die Frauenbewegung ist jedoch noch heute aktiv. Soziologisch wird sie in drei Phasen eingeteilt. In der Mitte des 19. Jahrhunderts entstand die erste Frauenbewegung. Damals kämpfte man in erster Linie um eine politische Gleichberechtigung der Frau, die sich in der Umsetzung des Frauenwahlrechts niederschlug. Die zweite Welle war in den 1960er-Jahren zu beobachten. In dieser Zeit wurde auf die Diskriminierung der Frau in der Gesellschaft hingewiesen. Vor allem Frauen mit Kindern kämpften dabei um ihre Rechte. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts etablierte sich die dritte Welle. In dieser Phase wurde der Begriff des Gender-Mainstreaming ins Leben gerufen.

Analyse der sozialen Bewegungen

Die Entwicklung sozialer Strömungen kann aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet werden. Dazu gehören der strukturelle, politische und der kollektive Ansatz, der Framing-Ansatz sowie der Ressourcenmobilisierungs- (RMA) und der systemtheoretische Ansatz.

Im strukturellen Ansatz geht man davon aus, dass der soziale Wandel und Modernisierung den Grund für eine Protestbewegung bilden. Hier spielen auch die sozialen Netzwerke eine Rolle.

Beim politischen Ansatz bilden politische Rahmenbedingungen den Auslöser für die Entstehung sozialer Strömungen.

Beim kollektiven Ansatz bildet die Organisation der sozialen Bewegung das zentrale Element.

Die zugrunde liegenden sozialen Probleme müssen beim Framing-Ansatz erst als solche erkennbar gemacht werden.

Im RMA fungiert eine Organisation als Kopf der Bewegung.

Der systemtheoretische Ansatz unterscheidet zwischen dem agierenden System und der Umwelt, in der sich dieses befindet.