Unsere heutige Gesellschaft ist geprägt von ständigem Wirtschaftswachstum, einem verschärften Wettbewerb und aufkeimendem Nationalismus. Diese Entwicklungen könnten gefährlich werden. Viele Organisationen und Institutionen setzen sich deshalb mit diesen Themen ernsthaft auseinander und versuchen Lösungen zu finden. Daraus entstehen immer wieder neue soziale Bewegungen. Manche davon können sich eine Zeit lang behaupten, andere verschwinden rasch wieder von der Bildfläche.

Werden und Vergehen

Der soziale Wandel bringt auch soziale Strömungen mit sich. Die 68er-Generation, die Anti-Atomkraft- oder die Frauenbewegung sind nur einige Beispiele dafür. Die Politik berücksichtigt nicht alle Bedürfnisse der Bevölkerung, weshalb das Verlangen entsteht, sich Gehör zu verschaffen. Das ist die Basis für jede soziale Bewegung.

Zu Beginn stehen dabei oft Demonstrationen oder Unterschriftenaktionen. Erst allmählich nimmt diese soziale Bewegung eine strukturierte Form an. Schließlich entstehen daraus Institutionen oder Organisationen. Beispiele dafür sind die NGOs. Dies sind Nichtregierungsorganisationen, die außerhalb der traditionellen politischen Landschaft agieren und Interessensgemeinschaften bilden.

Eine Vielzahl an sozialen Bewegungen entstehen heute auch durch die Digitalisierung. Das Internet bietet eine Plattform, um Menschen mit gleicher Gesinnung oder gleichen Ideen zu vereinen. Das kann zu positiven aber auch zu negativen Entwicklungen, wie den sogenannten Hasspostings führen.

Viele soziale Strömungen verebben aber nach einer gewissen Zeit. Meist geschieht dies aufgrund des fortschreitenden sozialen Wandels oder weil das Thema der Bewegung keine Anhänger mehr findet. Als Beispiel dafür kann die klassische Arbeiterbewegung genannt werden. Durch die Organisation in Gewerkschaften wurden mittlerweile bereits die meisten Forderungen umgesetzt und viele Menschen gehören keiner Arbeitergesellschaft mehr an. Gründe dafür sind die Technisierung, Automatisierung und Digitalisierung.

Dafür werden immer wieder neue Themen aktuell, die letztendlich eine soziale Bewegung auslösen können. Beispiele dafür sind Foren und Organisationen, die für den Schutz des Klimas eintreten oder für die Rechte von Minderheiten.

Das Werden und Vergehen sozialer Strömungen ist in unserer Geschichte bereits verankert und nicht auf ein bestimmtes Land oder eine bestimmte Kultur beschränkt.